Unternehmensführung

Nachhaltigkeit ist bei Helsana in den Prinzipien der Unternehmensführung integriert und in allen relevanten Unternehmensbereichen verankert. Die folgenden Kapitel zeigen auf, wie Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung von Helsana eingebettet ist, was in den Bereichen konkret getan wird und was im Berichtsjahr erreicht worden ist.


Das ethische Wertesystem von Helsana ist wesentlicher Bestandteil des Arbeitsalltags und bildet das Fundament für den vertrauensvollen Umgang mit Versicherten, Geschäftspartnern und Behörden. Im Code of Conduct von Helsana sind die wichtigsten Grundsätze für nachhaltiges, gesetzestreues und integres Handeln definiert. Als verbindlicher Bestandteil des Arbeitsverhältnisses wird der Code of Conduct bei Eintritt von allen Mitarbeitenden unterzeichnet und aktiv gelebt. Wiederkehrende Schulungen sichern ein dauerhaftes Commitment dessen Prinzipien.
Helsana erwartet von ihren Mitarbeitenden, dass regelwidriges Verhalten oder unethische Praktiken gemeldet werden. Dafür steht die anonyme Hinweisgeberstelle «Speak-Up» zur Verfügung. Alle Hinweise werden entlang eines standardisierten Prozesses untersucht und beurteilt. Fehlverhalten wird angemessen sanktioniert und es werden Massnahmen ergriffen, um Wiederholungen zu verhindern.
Helsana ist sich bewusst, dass eine transparente Beratung, Kommunikation und Leistungsabwicklung für ihre Kundinnen und Kunden essenziell sind. Daher strebt Helsana eine hohe Qualität im Beratungs- und Abschlussprozess an. Beanstandungen der Kundschaft werden durch das Beschwerdemanagement bearbeitet. Im Berichtsjahr hat es keine Kundenbeschwerden aufgrund von Kaltakquise in den eigenen Vertriebskanälen gegeben. Von Neuabschlüssen (Grund- und Zusatzversicherung) mit insgesamt über 155 000 Personen sind sechs infolge von Missverständnissen in der Kundenkommunikation ohne dokumentiertes Einverständnis der Versicherten zustande gekommen. Alle Fälle sind im Sinne der Kundinnen und Kunden zufriedenstellend gelöst worden. Bei Beraterinnen und Beratern setzt Helsana auf einen strukturierten Beratungsprozess, regelmässige Schulungen sowie entsprechende Aus- und Weiterbildung inklusive Zertifizierung, um die Gesetzeskonformität zu wahren und die Qualität in der Beratung kontinuierlich zu sichern.
Geschäftsethik und Compliance | Einheit | 2025 | 2024 |
Qualität im Abschlussprozess | |||
Kaltakquise | Anzahl | 0 | 0 |
Abschluss ohne Einverständnis | Anzahl | 6 | 4 |
Das Risikomanagement von Helsana umfasst die systematische Identifikation, Bewertung, Steuerung und Überwachung potenziell negativer Entwicklungen für Helsana. Mit der frühzeitigen Identifikation von Nachhaltigkeitsrisiken liefert das Risikomanagement einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Unternehmensführung. Nachhaltigkeitsrisiken umfassen Risiken aus Umwelt-, Sozial- und Governance-Bereichen. Naturbezogene Finanzrisiken (im Folgenden «Naturrisiken») im Sinne des FINMA-Rundschreibens1 gehören zu den Risiken aus den Umweltbelangen. Diese beinhalten auch Klimarisiken, welche Gefahren bezeichnen, die durch den Klimawandel verstärkt werden. Nachhaltigkeitsrisiken sind zunehmend entscheidend für die Gesundheit, die Versorgungsqualität sowie die Unternehmensstabilität. Risiken mit finanziellem Schaden können sich beispielsweise aus steigenden Leistungsausgaben, durch klimabedingte oder gesellschaftliche Veränderungen sowie aus Markt- und Wettbewerbsdruck ergeben. Zudem kann eine unzureichende Anpassung an regulatorische Vorgaben, technologischen Wandel oder neue Marktanforderungen die finanzielle Stabilität des Unternehmens und das Vertrauen unserer Interessengruppen belasten. Durch proaktives Risikomanagement und robuste Szenarioanalysen entstehen Chancen für Helsana, ihre Kundinnen und Kunden und das Schweizer Gesundheitssystem.
1FINMA-Rundschreiben 2026/1 «Naturbezogene Finanzrisiken»
Helsana integriert Nachhaltigkeitsrisiken systematisch in ihr Risikomanagement, um langfristig Stabilität und Erfolg zu sichern und transparent über die Auswirkungen dieser Risiken zu berichten. Nachhaltigkeitsrisiken werden bei Helsana nicht als eigene Risikokategorie geführt, da sie sich als Treiber für operationelle, strategische, versicherungstechnische oder Finanzrisiken im Versicherungsbetrieb auswirken.
Nachhaltigkeitsrisiken bei Helsana
Nachfolgend wird ein Auszug der für Helsana wesentlichen Risiken im Zusammenhang mit nichtfinanziellen Belangen (gemäss Art. 964b OR) und ihrer zentralen Steuerungsmassnahmen zusammenfassend dargestellt.
Exponierung gegenüber Klimarisiken
Bei den Naturrisiken wird zwischen physischen Risiken wie Hitzewellen, Extremwetterereignissen, Umweltverschmutzung und Transitionsrisiken unterschieden – wie regulatorischen/gesetzlichen Entwicklungen, verändertem Konsumentenverhalten und -erwartungen sowie technologischem Fortschritt mit Bezug auf Klima- und Umweltpolitik. Zur Integration von Nachhaltigkeits- und Naturrisiken in den Risikomanagementprozess hat Helsana im Berichtszeitraum einen Risikofachexperten ernannt. Darüber hinaus nehmen die Organisationseinheiten Legal, Compliance & Regulatory sowie Gesundheitspolitik ein politisches, gesetzliches und regulatorisches Monitoring vor, wodurch insbesondere transitorische Risiken überwacht werden.
Die Weiterentwicklung der Beurteilung von Naturrisiken war für Helsana ein zentrales Ziel im Berichtsjahr. Dafür haben die relevanten Fachbereiche unter der Leitung des Risk-Managements und in enger Zusammenarbeit mit dem zentralen Nachhaltigkeitsteam die Wesentlichkeit von sämtlichen Naturrisiken für Helsana analysiert und sie in einen zeitlichen Kontext – kurz-, mittel- und langfristig2 – gesetzt. Dabei haben sie die aktuelle Nachhaltigkeitsstrategie und einschlägige Literatur wie die Klimarisikoanalyse des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) für die Schweiz berücksichtigt. Diese Analyse findet fortan jährlich statt, wobei wesentliche Risiken gemäss dem ordentlichen Risikomanagementprozess in das Risikoinventar einfliessen. Die wichtigsten Erkenntnisse der im Berichtsjahr durchgeführten Analyse sind nachfolgend zusammengefasst.
Versicherungstätigkeit
Als in der Schweiz tätiger Kranken- und Unfallversicherer ist Helsana derzeit nur begrenzt wesentlichen Naturrisiken ausgesetzt. Dennoch können Umwelt- und Klimaveränderungen die Gesundheit der Menschen beeinflussen. Das BAFU nennt für die Schweiz insbesondere die zunehmende Hitzebelastung, welche Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit des Menschen beinträchtigen kann. So kann Hitze zu Erschöpfung und Hitzschlägen führen und bestehende Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Nieren- oder psychische Erkrankungen verstärken. Eine weitere Gefahr des Klimawandels mit möglicher Auswirkung auf die Gesundheit ist das verstärkte Auftreten von Schadorganismen.
Langfristig können sich unterschiedliche akute physische Naturrisiken – zum Beispiel Dürren, Lauffeuer, Hitzewellen – oder chronische Risiken wie ansteigende Durchschnittstemperaturen, veränderte Niederschlagsmuster und Beeinträchtigung der Luft-, Gewässer- oder Bodenqualität auf die Gesundheit und damit auch die Gesundheitskosten auswirken. Die Entwicklung der Gesundheitskosten hat jedoch vielschichtige Ursachen. Eine eindeutige Quantifizierung rein klimabedingter Mehrkosten ist auf der Basis der derzeitigen Datenlage nicht möglich. Sollten sich entsprechende Kostensteigerungen ergeben, werden diese im regulären Prämienprozess berücksichtigt.
Zur Steuerung dieser Gesundheitsrisiken setzt Helsana insbesondere auf Sensibilisierung, Aufklärung sowie persönliche und individuelle Gesundheitsberatung. Helsana informiert über Blog-Artikel zu Themen wie Sonne, Hitze und Allergien und hat im Jahr 2024 einen Allergie-Ratgeber (vgl. Kapitel «Gesundheit der Kundinnen und Kunden») veröffentlicht sowie eine Marketing-Kampagne zum Thema lanciert.
Ein Zusammenhang zwischen Klimawandel und Pandemie wird vermehrt in Studien thematisiert. Der Verlust natürlicher Lebensräume und die ansteigenden weltweiten Durchschnittstemperaturen erhöhen das Risiko auf Pandemien zunehmend. Im Rahmen des jährlichen Own-Risk-and-Solvency-Assessment-Prozesses (ORSA) analysiert Helsana ein Pandemie-Szenario und leitet daraus geeignete Massnahmen ab. Die ORSA-Szenarien werden jährlich überprüft und basierend auf dem Gesamtrisikoprofil festgelegt und ausgewertet.
2 Kurz: 0–5 Jahre, mittel: 5–10 Jahre, lang: 10+ Jahre.
Immobiliendirektanlagen
Die Immobiliendirektanlagen sind sowohl Transitionsrisiken – zum Beispiel Anforderungen an Energiestandards oder -gesetze, Zertifizierungen – als auch physischen Naturrisiken wie akuten in Form von Elementarschäden oder chronischen infolge steigender Temperaturen ausgesetzt. Um die Werthaltigkeit des Portfolios langfristig zu erhalten, setzt Helsana bereits Massnahmen zur gezielten Steuerung dieser Risiken um. So sind die Liegenschaften von Helsana über eine kantonale oder private Gebäudeversicherung gegen Elementarschäden abgesichert. Zudem befinden sich alle Gebäude unter Einhaltung der regulatorischen Vorgaben in der Schweiz überwiegend an zentralen Lagen (ÖV-Klasse) mit maximal geringer Exposition gegenüber Naturgefahren wie Rutschung, Steinschlag, Lawinen, Einsturz, Hochwasser und Murgang (Auswertung mittels des Portals «Schutz vor Naturgefahren»).
Weitere Vorkehrungen sind in einer Richtlinie für nachhaltiges Bauen festgehalten, in der Neubauten und Sanierungen sowie entsprechende Planungsvorgaben anhand klimabezogener Kennzahlen wie zu Energie, Emissionen, Dachbegrünung oder Labels beurteilt und überwacht werden. Darüber hinaus werden regelmässig Zustandsanalysen der Gebäude durchgeführt und ein allfälliger Handlungsbedarf wird in einer finanziellen Mehrjahresplanung berücksichtigt (vgl. Kapitel «Klima- und Energieverbrauch»).
Kapitalanlagen
Helsana legt die Prämiengelder unter Einhaltung der regulatorischen Vorgaben am Kapitalmarkt an. Dabei wird das Potenzial diverser Nachhaltigkeits- und Naturrisiken berücksichtigt, da diese das Anlageergebnis positiv oder negativ beeinflussen können. Im Risikomanagement des Asset-Managements wird die Rentabilität hauptsächlich mit einer sorgfältigen Diversifikation des Portfolios sichergestellt, mit dem Ziel, dass nur geringe Abweichungen im Vergleich zu den verwendeten Benchmarks auftreten. Diese sorgfältige Diversifikation hilft dabei, potenzielle Risiken zu steuern und die langfristige Stabilität des Portfolios zu gewährleisten.
Zur Minimierung von Nachhaltigkeitsrisiken sind zusätzliche Massnahmen implementiert worden: zum Beispiel die Einhaltung der Ausschlusskriterien des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK). Des Weiteren übt Helsana ihr Stimmrecht bei Unternehmen in der Schweiz und im Ausland aktiv aus und nimmt so Einfluss auf die Unternehmensführung, um Nachhaltigkeitsrisiken zu adressieren und zu steuern.
Helsana engagiert sich nicht nur aktiv in Klima-Allianzen wie Climate Action 100+ und der IIGCC, sondern verfolgt auch eine verantwortungsbewusste Geschäftspolitik, die den Ausschluss von Tabakprodukten und der «Non-Responsive List» umfasst. Diese Initiativen unterstützen die langfristige Resilienz des Portfolios gegenüber klimatischen Veränderungen und tragen zur Minimierung klimabezogener Risiken bei (vgl. Kapitel «Nachhaltiges Investieren»).
Beschaffung und Geschäftsunterbrüche
In Bezug auf die Lieferketten werden die Naturrisiken insbesondere in Verbindung mit zunehmenden Unterbrüchen gesetzt. Für Helsana als nicht produzierendes Unternehmen – mit einem Grossteil der Lieferanten aus der Schweiz oder im EU-Raum – wird das Gesamtrisiko von Unterbrüchen in der eigenen Beschaffung aktuell als unwesentlich eingestuft. Darüber hinaus wird das ursachenunabhängige Risiko von Lieferantenunterbrüchen beispielsweise dadurch gemindert, dass Business-Continuity-Management-Anliegen risikobasiert im Rahmen des zentralen Einkaufsprozesses berücksichtigt werden (vgl. Kapitel «Verantwortungsvolle Beschaffung»).
Risikomanagement: Prozess, Governance und Verantwortlichkeit
Helsana verfügt über ein effektives, systematisches und unternehmensweites Risikomanagement, das ein angemessenes und wirksames internes Kontrollsystem (IKS) einschliesst. Beide Systeme sind integrale Bestandteile der Unternehmenssteuerung und dienen der Erreichung der Unternehmensziele sowie der Sicherung des Fortbestands und Erfolgs von Helsana.
Die Organisation des Risikomanagements basiert auf dem international anerkannten Drei-Linien-Modell. Der Verwaltungsrat trägt die Gesamtverantwortung für das Risikomanagement. Der Audit-und-Risk-Management-Ausschuss des Verwaltungsrates stellt ein funktionsfähiges Risikomanagementsystem und IKS im Auftrag des Verwaltungsrates sicher. Die Geschäftsleitung ist für die Umsetzung verantwortlich.
Risiken werden laufend identifiziert, bewertet, gesteuert und im unternehmensweiten Risikoinventar dokumentiert. Mit dem jährlichen Risk und Control Assessment wird sichergestellt, dass die wesentlichen Risiken und Kontrollen beurteilt werden. Die Fachstelle Risk Management berichtet regelmässig und unabhängig zur Risiko- und Kontrollsituation an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat.
Der Risikomanagementprozess berücksichtigt auch Nachhaltigkeitsrisiken, die im Risikoinventar gekennzeichnet und den fünf Handlungsfeldern gemäss Art. 964b OR zugeordnet sind (vgl. Tabelle «Auszug Risikoinventar»). Alle Risiken werden anhand der Kombination von Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen bewertet. Im Risikoinventar werden mögliche finanzielle, Reputations- und Compliance-Auswirkungen für Helsana bewertet. Zusätzlich werden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse potenzielle Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf die Anspruchsgruppen von Helsana und die Umwelt beurteilt.
Im Berichtsjahr hat Helsana die Governance-Grundlagen und die Methodik zur Identifikation, Bewertung und Steuerung von Naturrisiken unter Einbezug des FINMA-Rundschreibens «2026/1 Naturbezogene Finanzrisiken» weiterentwickelt. Ein Helsana-Risikofachexperte für Nachhaltigkeits- inkl. Naturrisiken ist in den jährlichen Risikomanagementprozess eingebunden und stellt sicher, dass entsprechende Risiken im Risikoinventar integriert werden.
Im Jahr 2026 werden der bereits gelebte Prozess und die Methodik in Bezug auf die Naturrisiken formell in den Helsana-Führungsdokumenten dokumentiert und die Governance im bestehenden Risikomanagementsystem verankert.
Die Partnerinnen und Partner sowie Kundinnen und Kunden vertrauen Helsana sensible Daten an. Ein sicherer Umgang mit diesen ist für Helsana nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern Grundlage für das Vertrauen. Die Grundsätze für einen pflichtbewussten und integren Umgang mit den persönlichen Daten der Kundinnen und Kunden und Geschäftspartnerinnen und -partner von Helsana sind in den internen Richtlinien von Helsana klar definiert. Helsana verfügt über einen unabhängigen Datenschutzberater sowie einen Chief Information Security Officer (CISO). Diese steuern und überwachen die Einhaltung der Datenschutz- und Informationssicherheitsanforderungen.
Alle Mitarbeitenden absolvieren mindestens alle zwei Jahre ein obligatorisches E-Learning zu Datenschutz und Informationssicherheit. Zusätzlich sensibilisieren und informieren die Fachstellen Datenschutz sowie Informationssicherheit mit hoher Regelmässigkeit über relevante Themen wie den sicheren Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Datenbearbeitungen und Modelle mit künstlicher Intelligenz werden inventarisiert, in Datenschutzkonzepten dokumentiert und regelmässig auf ihre Rechtmässigkeit geprüft. Abweichungen werden mit gezielten Massnahmen adressiert. Die hohe Sensibilität für Datenschutz- und Informationssicherheitsthemen zeigt sich auch in der aktiven Meldung von potenziellen Datenschutzverletzungen (Data Breaches) durch die Mitarbeitenden. Diese Meldungen werden qualifiziert geprüft und die Mitarbeitenden bei Bedarf gezielt geschult. Falls nötig werden weitergehende Massnahmen ergriffen. Damit liegt das Risiko für Datenlecks konstant auf sehr tiefem Niveau. Die funktionierende Governance zeigt sich in der wiederkehrend vorbehaltslosen Zertifizierung des Datenschutz-Managementsystems (DSMS) und der physischen und elektronischen Datenannahmestelle durch eine externe Prüfstelle.
Im Berichtsjahr hat es keinen meldepflichtigen Vorfall im Sinne des Datenschutzgesetzes gegeben. Damit kann Helsana das gute Resultat aus dem Vorjahr bestätigen. Ein Vorfall ist vorsorglich dem Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) gemeldet worden. Der standardisierte Prozess von Helsana umfasst die Einberufung einer Task Force, geeignete Sofortmassnahmen und eine kontinuierliche, bereichsübergreifende Verbesserung im Umgang mit Verstössen. Der Vorfall ist zeitnah behoben werden. Die Aufsichtsbehörden haben die Handhabung des Vorfalls durch Helsana nicht beanstandet.
Datenschutz und Informationssicherheit sind wesentliche Bestandteile der nachhaltigen Unternehmensführung von Helsana. Seit dem Berichtsjahr wird die Anzahl meldepflichtiger Sachverhalte nach Datenschutzgesetz zusätzlich auf Unternehmensstufe messbar verankert.
Datenschutz | Einheit | 2025 | 2024 |
Datenschutzverstösse | Anzahl | 0 | 0 |
Als Krankenversicherer vergütet Helsana mit den Prämiengeldern der Kundinnen und Kunden medizinische Leistungen und legt gleichzeitig Gelder am Kapital- und Immobilienmarkt an. Ziel dieser Investitionen ist der Schutz und Erhalt des Anlagekapitals sowie eine stabile Rendite unter Einbezug von Nachhaltigkeitskriterien. Die daraus resultierenden Erträge dienen der finanziellen Stabilität und tragen langfristig zu tieferen Prämien bei. Als verantwortungsbewusste Investorin trifft Helsana Investitionsentscheide auf Basis einer sorgfältigen Abwägung von Risiken, Renditechancen und Nachhaltigkeitsaspekten.
Helsana setzt sich aktiv für die globalen Klimaziele ein und stellt sicher, dass sowohl die Kapital- als auch Immobilieninvestitionen diesen Zielen entsprechen. Für ihr Wertschriftenportfolio hat Helsana eine nachhaltige Anlagestrategie entwickelt, die sich an anerkannten Branchenstandards und internationalen Normen orientiert. Die Verantwortung und operative Umsetzung liegt beim Asset Management von Helsana, für einzelne Portfolios auch bei externen Vermögensverwaltenden. Darüber hinaus stellen unabhängige Instanzen die regelmässige Prüfung sicher, ergänzt durch fortlaufenden Fachinput zu regulatorischen Entwicklungen von externen Expertinnen und Experten.
Die nachhaltige Anlagestrategie von Helsana basiert auf klar definierten Ausschlusskriterien, aktivem Engagement und einer verantwortungsvollen Stimmrechtsausübung. Dabei verfolgt Helsana einen integrierten Nachhaltigkeitsansatz, der sowohl für die Aktien Schweiz als auch für die Aktien Ausland gilt (vgl. Kapitel «Geschäftsmodell»). Helsana ist es wichtig, Nachhaltigkeit in ihren Investitionen ganzheitlich zu berücksichtigen. Eine reine Treibhausgasbilanzierung des Wertschriftenportfolios hält Helsana aufgrund methodischer Schwächen aktuell für wenig aussagekräftig und verfolgt stattdessen ihre nachhaltige Anlagestrategie, die verschiedene Nachhaltigkeitsdimensionen berücksichtigt.
Helsana hat die Ausschlussliste des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) implementiert. Damit verpflichtet sich Helsana, Organisationen und Unternehmen, die nicht mit ethischen Standards in Einklang stehen, von ihrem Anlageportfolio auszuschliessen. Dazu zählen beispielsweise Hersteller von kontroversen Waffen. Zudem ist der Ausschluss von Investitionen in Unternehmen aus dem Tabaksektor implementiert worden, da die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von Tabakkonsum unbestritten sind und sich mit dem Einsatz von Helsana für ein nachhaltiges Gesundheitssystem nicht vereinbaren lassen. Des Weiteren werden Unternehmen aus dem Investitionsportfolio ausgeschlossen, die auf Engagement-Bemühungen durch den Drittanbieter ISS ESG nicht reagieren und gegen weltweit anerkannte Leitlinien der United Nations (UN) verstossen.
Das aktive Engagement setzt Helsana durch die Teilnahme an kollektiven Engagement-Aktivitäten über ihre Mitgliedschaften bei renommierten Initiativen wie der IIGCC, Climate Action 100+ und ISS ESG um. Dadurch ist Helsana in der Lage, direkten Einfluss auf Unternehmen zu nehmen und gemeinsam nachhaltige Strategien zu entwickeln, um ökologische Schäden zu minimieren. Im Rahmen ihres Engagements mit den grössten CO2-Emittenten tritt Helsana mit diesen aktiv in einen Dialog, damit sie ihre Klimaziele verbessern und nachhaltigere Geschäftsmodelle entwickeln. Dabei arbeitet Helsana auch mit Drittanbietern wie ISS ESG zusammen, die sie dabei unterstützt, die Nachhaltigkeit ganzheitlich zu bewerten und umzusetzen.
Zusätzlich verfolgt Helsana mit ihrem Ansatz der Stimmrechtsausübung das Ziel, die ihr zustehenden Stimmrechte bei ihren Aktieninvestitionen aktiv auszuüben und damit nachhaltigen Einfluss zu nehmen. Auch im Berichtszeitraum hat Helsana erfolgreich von ihrem Stimmrecht bei Aktien Schweiz und Aktien Ausland Gebrauch gemacht. Im Durchschnitt entspricht das Portfolio von Helsana weiterhin einem geschätzten Temperaturanstieg von 1,5 Grad Celsius bis zum Jahr 2050. Dies steht im Einklang mit den Pariser Klimazielen. Auch zukünftig wird Helsana ihre nachhaltige Anlagestrategie weiterverfolgen und auf ein aktives Engagement Wert legen.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der strategische Ansatz von Helsana zu Nachhaltigkeit in den Kapitalanlagen unverändert geblieben. Helsana lässt ihr Portfolio quartalsweise auf Titel der SVVK-Ausschlussliste überprüfen. Die Berichte für das Jahr 2025 haben festgehalten, dass sich zu keinem Zeitpunkt Titel im Portfolio von Helsana befanden, die dem Reglement Kapitalanlagen mit der SVVK-Ausschlussliste widersprechen. Der 2024 implementierte Tabakausschluss hat sich bewährt und stärkt die verantwortungsbewusste Ausrichtung von Helsana.
Im Jahr 2025 wurden im Rahmen der Opt-In-Engagements insgesamt 763 Engagement-Aktivitäten durchgeführt. Opt-In bezeichnet dabei Engagement-Initiativen, an denen Investoren gezielt teilnehmen können. Es wurden 194 Themen adressiert und der Dialog wurde mit 129 Unternehmen geführt, wodurch Helsana einen Beitrag zur Förderung nachhaltiger Praktiken leisten konnte.
Nachhaltiges Investieren | Einheit | 2025 | 2024 |
Kapitalanlagen (SVVK-Ausschlussliste) | Verstösse | 0 | 0 |
Für das Jahr 2026 liegt der Schwerpunkt auf der Fortführung und Stabilisierung des bestehenden Ansatzes von Helsana zur Sicherstellung verantwortungsbewusster Kapitalanlagen. Die bisherige Strategie aus Ausschlüssen, aktivem Engagement und Stimmrechtsausübung wird weitergeführt und bildet die Grundlage für das Gesamtportfolio.
Bei ihren Anlageimmobilien übernimmt Helsana eine aktive Rolle im Klima- und Umweltschutz, indem sie ein gezieltes Nachhaltigkeitskonzept verfolgt (vgl. Kapitel «Klima und Energieverbrauch»). Durch Nachhaltigkeitsmassnahmen im Immobilienportfolio nimmt Helsana ihre soziale Verantwortung als Immobilieninvestorin wahr. Gleichzeitig stellt Helsana die langfristige Marktfähigkeit der gehaltenen Immobilien und entsprechende Renditen für ihre Kundinnen und Kunden sicher.
Die verantwortungsvolle Beschaffung ist als wesentliches Thema in der Unternehmensführung von Helsana verankert. Beschaffungsvolumina machen nahezu einen Drittel des jährlichen Betriebsaufwandes aus und haben damit eine hohe unternehmerische Relevanz. Die Integration ethischer, sozialer und ökologischer Kriterien bildet dabei die Grundlage, um die unternehmerische Verantwortung von Helsana auf die gesamte Lieferkette auszuweiten. Ziel ist es, Risiken zu reduzieren, ökologische und soziale Standards zu stärken, integre Geschäftsbeziehungen zu fördern und Menschen- sowie Arbeitsrechte zu wahren. Ein systematisches Lieferkettenmanagement trägt darüber hinaus zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben sowie zu Qualität, Reputation und nachhaltiger Wertschöpfung bei.
Mit dem Helsana Supplier Code of Conduct (SCoC) hat Helsana einen verbindlichen Standard für diese Nachhaltigkeitsanforderungen geschaffen. Er gilt seit 1. Januar 2025 für alle neuen Lieferanten. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt beim Procurement – in enger Zusammenarbeit mit Compliance und der zentralen Nachhaltigkeitsstelle.
Im Berichtsjahr haben 100% der neuen Lieferanten (26) diesen SCoC akzeptiert. In drei Fällen ist ein als mindestens gleichwertig beurteilter Lieferantenkodex angenommen worden. Darüber hinaus hat Helsana in sämtlichen Ausschreibungs- sowie Vertragsvorlagen Kriterien zu den Nachhaltigkeitsanforderungen verankert. Dadurch hat Helsana die Transparenz und Compliance in der Lieferkette weiter erhöht und die Nachhaltigkeitsanforderungen gegenüber dem Vorjahr verstärkt. Die aktualisierte Wesentlichkeitsanalyse 2025 bestätigt die hohe Relevanz der verantwortungsvollen Beschaffung für Helsana.
Aufgrund des Geschäftsmodells von Helsana als Krankenversicherer besteht kein erhebliches Risiko für Kinder- und Zwangsarbeit in den eigenen Tätigkeiten. Relevante Lieferanten werden risikobasiert beurteilt und bei Bedarf werden weitere Massnahmen ergriffen. Im Rahmen dieser Risikobewertung berücksichtigt Helsana neben Menschenrechts- und Arbeitsrechtsrisiken auch ökologische Auswirkungen der Lieferantenaktivitäten, insbesondere Umweltbelastungen, Energieverbrauch und Ressourceneffizienz. Im Berichtsjahr hat es keine bekannten Vorfälle von Kinder- oder Zwangsarbeit gegeben.
2026 reevaluiert Helsana den bisherigen Managementansatz in der Lieferkette, mit dem Ziel, die verantwortungsvolle Beschaffung kontinuierlich zu sichern und weiterzuentwickeln. Weiter strebt Helsana die schrittweise Einführung des SCoC bei bestehenden Lieferanten an. Auf diese Weise integriert Helsana die Nachhaltigkeitsanforderungen in ein erweitertes Lieferantenportfolio und unterstützt damit konsequent die strategischen Ziele hinsichtlich Reputation und Nachhaltigkeit.
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