Helsana engagiert sich stark in der Gesundheitspolitik und gestaltet datenbasiert das Schweizer Gesundheitssystem mit. Erklärtes Ziel dieses Engagements ist ein qualitativ hochstehendes Gesundheitswesen, das auch in Zukunft bezahlbar bleibt.
Auch im Berichtsjahr arbeitete Helsana konstruktiv mit Behörden, Branchenverbänden und Partnerorganisationen zusammen, um wirksame Gesundheitsinitiativen zu entwickeln und Fehlanreize im Gesundheitssystem zu eliminieren. Dies waren 2025 die wichtigsten gesundheitspolitischen Themen:
Gesundheitskosten dämpfen Das Parlament hat in der Frühlingssession 2025 das zweite Massnahmenpaket zur Kostendämpfung verabschiedet. Künftig darf der Bund für Medikamente mit grossem Marktvolumen Mengenrabatte festsetzen. Damit wird eine langjährige Forderung von Helsana umgesetzt. Die jährlichen Kosteneinsparungen liegen laut Bundesamt für Gesundheit bei rund CHF 350 Mio. Eine weitere Neuerung ist, dass Versicherer ihre Kundinnen und Kunden künftig gezielt über kostengünstigere Leistungen, geeignete Versicherungsformen und präventive Massnahmen informieren dürfen. Diese Reform brachte das Parlament wegen Erkenntnissen aus dem Helsana-Versorgungsreport ins Rollen. Das gesamte Kostendämpfungspaket tritt schrittweise ab Juli 2026 in Kraft.
Neue Vergütungs- und Finanzierungssysteme Mit dem Volks-Ja zur einheitlichen Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen (EFAS) ist ein wesentlicher Reformschritt im Gesundheitswesen gelungen. Mit EFAS soll die Ambulantisierung der Versorgung gestärkt werden. Die Kantone finanzieren ab 2028 einen festen Anteil an allen Leistungen – stationär und neu auch ambulant. Zudem hat der Bundesrat per 2026 den neuen Arzttarif genehmigt. Damit werden ein Drittel aller Leistungskosten der Grundversicherung auf eine neue Vergütungsbasis gestellt. Die Umsetzung von zwei so wichtigen Reformen – die mit vielen Unsicherheiten verbunden sind – ist eine grosse Herausforderung für alle Beteiligten. Auch für die Versicherer, die ab 2026 auf der Basis völlig neuer Tarife abrechnen und diese in ihren Prozessen berücksichtigen müssen. Helsana hat sich 2025 intensiv vorbereitet und getestet, so dass der Tarifwechsel reibungslos funktioniert.
«Mit Tardoc und EFAS sind zwei wichtige Reformen im Schweizer Gesundheitswesen auf den Weg gebracht. Dieser Weg wird herausfordernd und verlangt vollen Einsatz – doch er lohnt sich, denn er führt in die richtige Richtung, im Sinne einer nachhaltigen Finanzierung des Gesundheitssystems.»
Wolfram Strüwe
Leiter Gesundheitspolitik und Unternehmenskommunikation
Forschen für qualitativ hochstehende und effiziente Gesundheitsversorgung
Helsana betreibt Versorgungsforschung und untersucht die Qualität und Effizienz von medizinischen und therapeutischen Leistungen. Die regelmässig publizierten Studien, der Arzneimittelreport und weitere Helsana-Reports lassen Aussagen über die Effektivität und Effizienz sowie die Ausgestaltung des Gesundheitssystems zu. Die Studien liefern Ansatzpunkte für ein effizienteres Leistungsmanagement und die Versorgungsqualität, zudem fördern sie das Wissen über Gesundheitsthemen in der Schweiz.
Helsana-Report: Arzneimittel 2025
In ihrem Report stellt Helsana fest, dass die ambulanten Medikamentenkosten in der Grundversicherung erneut gestiegen sind, auf CHF 9,4 Mrd. (+3,6% gegenüber Vorjahr). Medikamente bleiben damit ein zentraler und wachsender Kostenblock der Grundversicherung. Die Zahl der Personen, die Medikamente einnehmen, steigt im Berichtsjahr. Und auch die Menge der eingenommenen Medikamente. Im Durchschnitt sind dies mittlerweile 20 Packungen pro behandelte Person und Jahr. Die steigenden Medikamentenpreise sind ein weiterer Treiber, der zum insgesamt starken Kostenwachstum im Arzneimittelbereich führt. Die 2024 eingeführten regulatorischen Änderungen zur Förderung des Einsatzes von Nachahmerprodukten – Generika und Biosimilars – haben zwar zu Einsparungen geführt. Allerdings sind diese bisher tiefer als erhofft. Damit die Medikamentenkosten langfristig bezahlbar bleiben, setzt sich Helsana daher ein für eine konsequente Umsetzung von Mengenrabatten, eine jährliche Preisüberprüfung aller umsatzstarken Medikamente und die Wiederherstellung von Preistransparenz.
Ein Beispiel aus dem Berichtsjahr 2025 ist die Studie über potenziell schädliche Arzneimittel in der Schwangerschaft. Sie zeigt: Auch wenn ein Rückgang in der Verschreibungsrate zu verzeichnen ist, gilt es die Aufmerksamkeit und Vorsicht bei der Verschreibung hochzuhalten, da die Einnahme dieser Medikamente das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Eine weitere Studie beschreibt die aktuelle Versorgung von Personen mit psychischen Problemen in der Schweiz. Hier zeigt sich eine deutlich steigende Inanspruchnahme ambulanter psychiatrisch-psychotherapeutischer Leistungen. Dieser Anstieg bestätigt den vermehrt niederschwelligen Zugang zur psychotherapeutischen Versorgung, verdeutlicht aber auch einen steigenden Versorgungsbedarf.
Engagiert als Branche – der neue Verband «prio.swiss»
«prio.swiss», der neue Verband der Krankenversicherer, ist seit der Gründung Anfang 2025 erfolgreich unterwegs. Helsana unterstützt «prio.swiss» mit aktiver Mitarbeit in zahlreichen Gremien. Ein zentrales Anliegen von «prio.swiss» ist, die Handlungsfreiheit der Krankenversicherer und den Wettbewerb im Gesundheitswesen zu wahren. Dank dieses Wettbewerbs haben die Kundinnen und Kunden eine Wahl: Sie entscheiden, welcher Versicherer für sie die attraktivsten Prämien, Modelle und Services anbietet. Und die Versicherer müssen sich entsprechend anstrengen. Das macht das Versicherungswesen, im Sinne der Kundinnen und Kunden, innovativer und effizienter.
CHF Mio.
350
mögliche Kosteneinsparungen durch Mengenrabatte bei Medikamenten
CHF Mrd.
9,4
jährliche ambulante Medikamentenkosten in der Grundversicherung